Hel Die Göttin des Todes
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Hel

Die Göttin des Todes

Hel (auch Hella, Halja) stammt von den Riesen ab; wird manchmal aber auch als Göttin gedeutet. Sie wohnt und herrscht in Helheim (das auch oft nur Hel genannt wird, was aber arg verwirrt ), dem Land des Todes unter den Wurzeln Yggdrasils.

Ihre Eltern sind der Gott Loki und die Riesin Angrboda. Held Brüder sind der wilde Fenris-Wolf und die gewaltige Schlange Jormungand. Des weiteren hat sie aufgrund des regen Sexual-Triebs ihres Vaters noch allerhand unbekannte, teils göttliche, Halbgeschwister.

Hel ist die Göttin des Todes – mehr nicht. Als sie und ihre Geschwister noch jünger waren, da befahl Odin den Asen, die drei zu ihm zu bringen. Er wusste aus alten Prophezeiungen, dass sie Unheil bringen könnten, und überlegte, wie man dem vorbeugen könne. Ungeachtet dessen, dass sie quasi noch Kinder und darüber hinaus die Kinder seines eigenen Blutsbruders waren, veranlasste der Einäugige, Jormungand tief in das stürmische Meer zu werfen, wo er auf den Boden hinab sinken solle. Fenris solle man mit magischen Ketten fesseln und ihn gefangen halten. Mit Hel aber hatte Odin etwas ganz besonderes vor…

Er brachte sie nach Niflheim, dem nebelig-kalten Land hoch im Norden. In einem alten Teil des Landes, der direkt unter den gewaltigen Wurzeln des Weltenbaumes Yggdrasil liegt, lag das Land der Toten. Es war zwielicht und düster, und umgeben von einem riesigen Wehr-Zaun; dem Helgrind, der verhinderte, dass die Toten wieder in’s Diesseits zurück kehrten. Dort übergab Odin der jungen Hel das Kommando über das Reich der Toten und ließ sie dort zurück…

Hel ist bis heute die Göttin der Toten. Jeder, der den sog. “Strohtod” stirbt – das heißt, der an Krankheit oder Alter stirbt – gelangt dort hin in den Kreis seiner Ahnen. Dass ist keine Schande, sondern war früher die Regel, während z.B. nach Walhall zu gelangen in heidnischer Zeit eher die Ausnahme war.

Wenn Hel jemanden in ihrem Reich hat, dann kommt der auch nicht so schnell wieder da raus – nicht einmal die Götter haben irgend eine Autorität in Helheim. Ja, sie gelangen sogar selbst dort hin, wenn sie sterben; so wie Balder!

Hel, so heißt es, sei zur einen Hälfte wunderschön und zart wie eine Elfe, aber ihre andere Hälfte sei verwest und blau-grau; wie eine Leiche. Aufgrund jener hässlichen Seite sei sie sehr einsam, manch einer sagt gar, dass wer den Mut habe, mit Hel die Nacht zu verbringen *hust*, dürfe ihr Reich wieder verlassen.

Hel regiert vom Zentrum ihres Reiches aus, wo ihr gewaltiger Hof steht. Ihre größte und prächtigste Fest-Halle heißt “Eljudnir”, was so viel wie Elend bedeutet. Hels Fest-Geschirr wird “Hunger” genannt, ihren Sax (Allzweck-Messer) nennt man “Hungersnot”. Die Tür-Schwelle zu ihren Gemächern wird “Stolperstein” genannt, ihr Bett “Kümmerlichkeit” oder “Kranken-Bett” und ihre Vorhänge “drohendes Unheil”. Hels Knecht wird “der Träge” geschimpft und ihre Magd “die Langsame”.hel göttin des todes

An Ragnarok wird Hel ihre unzähligen Untertanen zum Kampfe aufrufen. Sie wird mit ihnen das Schiff Naglfari besteigen, dass aus den Zehen- und Fingernägeln der Toten gezimmert sein wird. Auf diesem gewaltigen Schiff werden alle gen Midgard segeln… Dort werden sie auf Hels Vater Loki sowie ihre beiden Brüder treffen, und das Toten-Heer wird über das Land ziehen, um in Asgard gegen die Götter zu kämpfen.

Hels Name kommt wahrscheinlich von ihrem Reich, und nicht anders herum. Das Wort ist verwandt mit unseren deutschen Wörtern “verhehlen” oder “einen Hel aus etwas machen”, was beides grob mit verhüllen oder verstecken zusammen hängt – wie das Reich des Todes, welches tief unter der Erde verborgen liegt. Auch das englische Wort “hell” oder deutsch “Hölle” stammt davon ab – der Name der unterirdischen Toten-Welt wurde von den Christen 1:1 übernommen. Trotzdem ist Helheim kein negativer Ort, erst recht keiner der Bestrafung. Aber eben auch kein positiver wie Walhall – einfach neutral und natürlich… wie der Tod selbst.

Germanische Götterwelt, Facebook, 27. Juli 2013


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